Über die Einsamkeit und das Menschsein

Viele Menschen fühlen sich einsam und verlassen, gerade in dieser Zeit, weil sie niemanden um sich haben, der seine Zeit und Liebe mit ihnen teilt. Weil der Partner, die Partnerin, Freunde von ihnen gegangen sind. Ob durch Tod, Trennung oder Zwist. Es bleibt einer zurück, für den das Leben danach keinen Sinn mehr zu haben scheint. Denn er sieht nur mehr das Dunkle, die Schatten, die das Licht wirft. Alles ist grau in grau. Doch das ist eine Sichtweise!

Würde der Mensch die Kraft aufbringen, hinter die Schatten zu schauen, würde er das Licht in seinem Strahlenglanz sehen können. Es würde seine Seele wärmen und sein erhärtetes Herz wieder für das Leben - für sein Leben - erweichen können. Dieser Mensch würde dadurch erkennen, welch große Seele er doch eigentlich ist; er würde erkennen, dass er nie verlassen oder alleingelassen werden kann, weil er ein Teil von Gottes ewiger Existenz ist. Teil des liebenden Gottes, der seine Kinder auf eine Reise namens Lebens geschickt hat, damit sie in der Existenz des Menschseins erkennen, dass sie alle derselben entstammen.

Wenn alle Menschen und alles Sein miteinander verbunden ist, kann Einsamkeit nur eine Sichtweise sein, die man heilen könnte. Die Erkenntnis: „Alles ist in mir“, lässt die Hoffnung aufkommen, dass es keine wirkliche Trennung gibt. Weiten wir unsere Herzen für die Menschen in unserem Umfeld, für die Tiere und die Natur. All das kann Teil dessen sein, was Herzen mit neuer Hoffnung, mit Trost und neuem Glauben erfüllen und heilen kann. Trauer und Schmerz ausleben muss sein. Aber das Gefühl, einsam und verlassen zu sein, sollte unser Herz nicht raumgreifend ausfüllen. Es sollte noch genügend Platz gelassen werden für das Licht, damit Hoffnung und Liebe darin wieder einziehen können.

Nur wer das Licht zulässt, erkennt, dass es Leben und neue Freude bedeutet. Dass es immer wieder Zeiten geben wird, die es wert sind zu leben und zu lieben. Die es wert sind, die eigene Größe anzuerkennen. Die jene Kraftquelle sind, um das Gefühl von Einsamkeit und Verlassen sein in neue Erwartung umwandeln zu können.

Das Leben hält für jeden von uns so vieles bereit. Wenn wir, trotz Kummer und Leid, das Licht hinter den Schatten nicht aussperren, können wir erblicken, was unser Leben wieder lebenswert machen kann. Denn alles ist in ständiger Veränderung.

Jeder verändert sich laufend, genauso wie sein Umfeld das tut. Wir sind in eine neue Schwingung eingetreten, die uns glücklicher und kreativer sein lassen kann. Dadurch ziehen wir glücklichere und kreativere Energien zu uns hin. Sie heben uns wiederum auf höhere Frequenzen. So greift ein Rad ins andere. Mit jedem Schritt, den wir bewusst und in Liebe setzen, werden wir mit mehr Göttlichkeit erfüllt, die unsere Sichtweisen verändern und ein neues  Menschsein vermitteln können.

Der Mensch, dieses wunderbare Wesen ist vergleichbar mit einem Baum:

Die Wurzeln eines Baumes sind ident mit den unteren Extremitäten des Menschen, den Füßen und Beinen. Dort sind der Halt und die Erdung, die erst alles andere ermöglichen. Dort zeigt es sich, wie tief jemand mit seiner Urkraft verwurzelt ist. Sind deine Beine und Füße bereit sich auszudehnen oder beharren sie darauf, es bei dem zu belassen, wie es gerade ist? Wisse, Wurzeln haben die Eigenschaft zu wachsen und sich nach allen Richtungen hin auszudehnen. Sie müssen das tun, sonst verkümmern sie. Verkümmerte Wurzeln werden nie in der Lage sein, für einen kräftigen Stamm und für weit ausladende Äste zu sorgen.  Das wäre sehr schade, denn bereits in der kleinsten Wurzel ist das ganz Große - das aus ihr werden kann und wird - angelegt. Es wartet dort nur darauf, sich auszudehnen und verändern zu können.

Der Stamm - die Stelle wo er aus der Erde kommend ins Sichtbare durchbricht, ist ident mit den unteren Körperregionen - Fortpflanzung, Überlebensängste, Kreativität  - , und dem Sitz der Emotionen. Hier ist, wo der Stamm eines Baumes seinen größten Umfang aufweist.  Er ist, zusammen mit seinen Wurzeln, das Fundament, auf dem alles Weitere sich aufbaut. Sie sind es, die fähig sind allen Stürmen zu trotzen.  Der Stamm übersteht durch seine starke Rinde den Kerben und Narben, ohne deswegen gleich zugrunde zu gehen.  Wenn das Fundament eines Menschen stark und im Vertrauen und Glauben gut verankert ist, wird er kraftvoll und zielsicher seinen Lebensweg meistern. Er wird seine Kreativität - seine Schöpferkraft - nutzen, und die Lernerfahrungen, die er sich ausgesucht hat, mit der Erkenntnis eines Meisters, einer Meisterin durchleben. Nicht als Opfer oder Täter, sondern als jemand, der sich seiner Selbstmeisterung bewusst ist.

Das ist der Moment, wo der Stamm sich zu teilen beginnt, um das hervorzubringen, was ihn ausmacht - seine Äste und Zweige, seine Blüten und Früchte - , seine Schönheit.  Wie die Wurzeln im tiefen Erdreich, so breiten sich nun seine Äste nach allen Richtungen hin aus. Sie öffnen sich dem Licht, um wachsen und reifen zu können. Sie können gar nicht genug Licht und Wasser bekommen, um das Wachstum und die Schönheit seines Seins der ganzen Welt zeigen zu können.

Es ist dies auch der Brustbereich beim Menschen, der dies darstellt. Es ist das Licht, das jemand bereit ist, aus seinem Göttlichen Herzen auszustrahlen, damit sein Umfeld davon beeinflusst und lichtvoll durchdrungen werden kann. Es ist der Segen Gottes, der den Durst einer Seele stillen kann. Licht und Wasser, Liebe und Segen - sie sind das Haus, das in der Lage ist, allen Stürmen und Widrigkeiten zu trotzen, den Gefühlen Heimat zu geben und Leuchtturm zu sein für jene, die nach so einem Licht Ausschau halten. Dieses Zuhause beherbergt  Klarheit, Zuversicht, Annahme, Geben, Demut, Beständigkeit, Liebe und Licht. Sie sind die Eigenschaften, die einen Menschen befähigen, ein Hoffnungsträger Göttlichen Lichts zu sein.

Wie die Fähigkeit des Baumes, erst Blüten und danach  Früchte hervorzubringen, so kann auch das Bewusstsein des Menschen Schöpfungen kreieren. Es ist fähig, aus dem kleinsten Samen Großartiges zu schaffen. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“, heißt es schon im Buch der Christenheit. Wie der Mensch denkt und handelt, wie er spricht und fühlt, das ist, was sein Menschsein ausmacht, sowohl im positiven wie auch im negativen Sinn. Wie er sich gibt und selbst wertschätzt, ist Ausdruck dessen, was Freiheit und Verantwortung bedeuten.

Wurzeln bedeuten Verantwortung.

Der Stamm bedeutet Wertschätzung.

Die Äste stehen für Aufrichtigkeit.

Die Früchte sind der Ausdruck für Freiheit, Erleuchtung, für Leben!

Engelbotschaft Heidrun Siebenhofer www.elias-verlag.com